Die Rückzugskämpfe von Moskau und die Abwehrerfolge in der Gshatsk-Stellung // Отступление от Москвы и оборонительные бой в районе Гжатска

DIE RÜCKZUGSKÄMPFE VON MOSKAU UND DIE ABWEHRERFOLGE IN DER GSHATSK-STELLUNG 6. DEZEMBER 1941 BIS 15. APRIL 1942 // ОТСТУПЛЕНИЕ ОТ МОСКВЫ И ПОСЛЕДУЮЩЕЕ ЗАКРЕПЛЕНИЕ НА ПОЗИЦИЯХ У ГЖАТСКА:  С 6 ДЕКАБРЯ 1941 ГОДВ ДО 15  АПРЕЛЯ 1943 ГОДА.

Die Absicht der Heeresgruppe Mitte, mit der am 17. November 1941 begonne­nen Operation, mit der 2. Panzerarmee von Süden und Südosten und der 3. und 4. Panzerarmee von Norden und Nordosten, Moskau einzuschließen, war gescheitert.

Die Russen hatten die Masse ihrer Fernostarmee, sowie Verbände aus dem Ural und Kaukasus, zu zwei großen Kräftegruppen südlich und nördlich von Moskau versammelt. Diese wintergewohnten, gut ausgerüsteten Verbände wurden be­wußt nach Einbruch größerer Kälte und nachdem die Kraft des Angreifers erschöpft war, eingesetzt. Die für den Winterkrieg nicht ausgerüsteten und vor­bereiteten deutschen Truppen wurden in eine Lage gebracht, die beinahe zur Katastrophe napoleonischen Ausmaßes führte.

Die aus fünf Armeen mit 25 Schützendivisionen, sieben Kavalleriedivisionen, 17 Schützen- und elf Panzerbrigaden bestehende russische Kräftegruppe trat nördlich von Moskau, aus der Linie Moskau-Dimitrow-Moskauer Staubecken, zwischen 5. und 7. Dezember 1941 zum Gegenangriff an. Durch zahlreiche Ausfälle, besonders Erfrierungen, waren unsere Verbände stark reduziert. Um einer Einschließung zu entgehen, begannen am 7. Dezember die Rückzugs­kämpfe. Durch die einsetzende Kälte bis zu 40 Grad, versagten die MG-Schlös- ser, Panzer froren ein und Motoren erhielten Frostrisse, wurde unsere Truppe in eine hoffnungslose Lage gebracht. Dagegen standen sibirische Truppen mit Pelzmützen, wattierter Kleidung, die sich ständig im Freien aufhalten konnten. Am 5. Dezember ging das große Straßenkreuz Leningrad-Moskau bei Matusch­kino verloren. Am 7. Dezember mußte Rgt. 111 Krjukowo aufgeben. Rgt. 109 mit zwei Btl. mußte sich durch dichtes Waldgelände nach Nikolskoje durch­schlagen. In der Nacht vom 10. auf 11. Dezember ging die Division hinter die Istra zurück. Bald stellte sich heraus, daß auch diese geplante Winterstellung nicht gehalten werden konnte. Nach Aufgabe der Istrastellung sollte der Kalischa- Abschnitt verteidigt werden. Starke feindliche Angriffe mit Panzern brachten am 13. Dezember den Verlust von Gorki. An selben Tag griffen 15 Panzer die Stellungen des Regiments 111 an. Nach Einbruch der Nacht konnte sich dieses nach Chochlowo durchschlagen. Am 14. Dezember stemmten sich Teile des Regiments 34 verzweifelt gegen Durchbruchsversuche aus Gorki und konnte so das Absetzen des I.R. 109 ermöglichen. Nach Aufgabe des Sestra-Abschnit- tes löste sich die Division erneut vom Feind, um sich hinter Lama, südwest­lich von Wolokolamsk, zur Verteidigung einzurichten. Mit Feuereifer baute die Division die Lamastellung aus, in der dem Feind endgültig Halt geboten werden sollte. Bedrängt von zahlenmäßig weit überlegenem Feind, schutzlos ohne Winterbekleidung, ausgeliefert sibirischer Kälte von 40 Grad und anhaltenden Schneestürmen, konnte trotzdem die Stellung einige Tage gehalten werden. Hier bewährte sich bestes deutsches Soldatentum. Bald zeichneten sich nörd­lich von Wolokolamsk neue Umgruppierungen des Feindes ab. Vom 24. Dezem­ber 1941 bis 2. Januar 1942 hielt das II./I.R. 111 gegen starke Tag- und Nacht­angriffe den Ort Timonino. Der Gegner wurde unter blutigsten Verlusten zurück­

geschlagen. Nach planmäßiger Räumung von Chworostinino verstärkte der Russe seine Angriffe auf Birkino und Ananino. Am 3. Januar griff er abermals in großer Breite diese beiden Orte an. Mehrmals wechselten diese den Besitzer. Am 4. Januar kam dann der Befehl zur Räumung. Für die Division bestand die große Gefahr, daß der Gegner von Birkino und Ananino aus nach Süden auf die erst schwach ausgebaute H.K.L. vorstoßen und die Artillerie gefährden könnte. Nachdem die Artillerie fünf T 34 abgeschossen hatte, gab der Gegner diese Versuche auf. Er versuchte nun unsere Abwehrkraft durch verstärktes Artilleriefeuer zu zermürben.

Am 10. Januar begann der Russe nach schwerer Artillerievorbereitung einen neuen Großangriff auf das V. Armeekorps.

Im Kriegstagebuch der Division sind unter dem 11. Januar 1942 folgende Gefechtsstärken enthalten:

                   I.R. 34         I.R. 109          I.R. 111
--------------------------------------------------------------

I.Btl.             153             92                   164

II.Btl.            107            102                  115

III.Btl.           108            86                    116

Die Truppe hoffte, die Rückzugskämpfe beendet zu haben, aber die Verteidi­gungslinien waren so dünn geworden, daß Mitte Januar eine rückwärtige Kampf­linie ostwärts Gshatsk bezogen werden mußte.

Obwohl die Division seit Beginn des Rückzuges am 6. Dezember 1941 80 Offi­ziere, 2.047 Unteroffiziere und Mannschaften verloren hatte, dazu viele Aus­fälle durch Erfrierungen, war der Widerstandswille und das innere Gefüge der Truppe ungebrochen.

Den Hauptstoß zur Einschließung der Heeresgruppe Mitte hatte der Russe Anfang Januar mit weit überlegenen Kräften zwischen Kalinin und Ostaschkow geführt. Er stieß im Norden bis Cholm, in der Mitte bis Wilikije-Luki und im Süden an Rshew vorbei bis dicht an Wjasma vor. Die 4. Panzer-Armee und die 9. Armee waren nahezu eingeschlossen. Der Gegner hatte hier die Masse seiner Truppen eingesetzt, so daß es vor unserer Front etwas ruhiger geworden war. Eifrig wurde am Ausbau der Stellung gearbeitet. 73 Wohnunterstände, 51 Kampfstände und zehn Beobachtungsstände wurden in den steinhart geforenen Boden getrieben.

Anfang März verdichteten sich die Anzeichen eines neuen Vorstoßes vor dem Abschnitt der Division. In den letzten Wochen waren mehrere hundert Mann Ersatz eingetroffen, die Verbände konnten etwas aufgefüllt werden, und so sah man mit Zuversicht den neuen Kämpfen entgegen.

Am 4. März 1942 begann der neue Großangriff, der von den Russen mit sieben Schützendivisionen, sechs Schützenbrigaden und zwei Panzerbrigaden geführt wurde. Mehrere Einbrüche in die H.K.L. konnten durch Gegenangriffe berei­nigt werden. Heftiges feindliches Artilleriefeuer und laufende Fliegerangriffe erschwerten die Verteidigung. Mehrere Geländeabschnitte wechselten mehrmals den Besitzer.

Am 19. März flauten die Kämpfe ab. Bis auf kleine Geländeverluste konnte die Stellung gehalten werden. Der Gegner hatte Tausende von Toten verloren, aber auch die eigenen Verluste wogen schwer. Mehrmals mußten Trosse und rückwärtige Dienste an der Front eingesetzt werden.

Am 13. März wurde die württembergisch-badische Inf.Division im Wehrmachts­bericht besonders ausgezeichnet. Einen besonderen Anteil am Abwehrerfolg hatte auch unsere Artillerie. Bis zu 5.000 Schuß täglich stieg der Munitions­verbrauch. Am 15. April war der großangelegte Duchbruchsversuch, der den Durchbruch bis Gshatsk bringen sollte, endgültig gescheitert. Die kleinen örtlichen Erfolge standen in keinem Verhältnis zu den hohen Verlusten des Feindes.

Es fanden statt: 221 Angriffe in Kompanie- bis Divisionsstärke, davon 78 mit Panzerunterstützung von zwei bis zu zehn Panzern.
Feindtote etwa 10.000, Gefangene zwei Offiziere, 651 Mann.

Die eigenen Verluste in dieser Zeit betrugen:

                                                 Offiziere              Unteroffiziere
                                                                              u. Mannschaften
----------------------------------------------------------------------------------

gefallen                                      12                             411

verwundet                                 26                             1.251

vermißt                                      1                                134

Nach dieser vernichtenden Niederlage stellt der Russe alle Angriffe für mehrere Monate ein.

Geographische Übersichtsskizze für die Rückzugskämpfe zwischen Moskau und Jelnja

Карта оборонительных боев при отступлении между Москвой и Ельней.
 
Линия фронта и направления ударов советских войск в период  с 6 декабря по январь-март 1942года.
Frontverlauf und Vorstoßrichtungen der russischen Armeen vom 6. 12. 1941 bis Januar/März 1942.
 
Удары советских войск в районе Гжатска с 4 марта по 15 апреля 1942 года.
Russische Angriffe gegen die Gshatsk-Stellung, 4. 3. bis 15. 4. 1942 nach Feindlagekarte der Abtl. Ic
 
Крупное наступление Красной Армии и окружение группы армии «Центр» в период с 31 декабря 1941 года по 31 января 1942 года.
Die Großoffensive der Roten Armee zur Einschließung der H.Gr. Mitte vom 31. 12. 1941—31. 1. 1942
 

Январь 1942 года: переход с моторизированной на лошадиную тягу из-за потери автотранспорта по причине нехватки топлива.
(Januar 1942: l./NA 35. Umstellung von mot. auf hot. nach Verlust von Kraft¬fahrzeugen wegen Kraftstoffmangel)


Отступаем пешком после потери автотранспорта.
(Rückmarsch zu Fuиодß, nach Verlust der Kraftfahrzeuge)

Что бы мы делали без лыжников?
(Was wären wir ohne Skizüge?)


В районе Гжатска


Артиллерийские позиции. Март 1942 года.
(Artillerie-Stellung. März 1942.)


Охранный пост из снега.
(Postenhäuschen aus Schnee.)


Клушино, место дислокации батальона связи 35 пехотной дивизии. Несокрушимая цель для русской артиллерии и авиации.
(Kluschino, Ortsunterkunft der NA35. Dauerndes Ziel russischer Artillerie- und Luftangriffe)


Разрушенная церковь в Клушино.
(Kirche in Kluschino nach der Zerstörung)

Вернуться к книге

Die 35. Infanterie-Division 1939-1945

Обсуждение

blog comments powered by Disqus